Täglicher Archiv: Unternehmen

Warum einen Businessplan schreiben?

Alles steht und fällt mit dem Businessplan

Am Anfang steht die Geschäftsidee. Doch die Gründung eines Unternehmens kann nur erfolgreich sein, wenn sie zuvor sorgfältig geplant wird. Ein guter Businessplan beeindruckt durch Klarheit und dient fast immer als Grundlage für Verhandlungen, um von externen Finanziers wie Beteiligungsgesellschaften oder Banken Kapital zu erhalten. Dazu gehören neben dem Mindeststandard- Kurzpräsentation, Text-Teil, Zahlen-Teil und Anhang vor allem auch ausdrucksstarke Wettbewerbs-, Markt- und Umsatzprognosen. Das weiß inzwischen jeder potenzielle Existenzgründer – spätestens nach einem Gespräch mit der Bundesagentur für Arbeit, einem Gespräch bei der Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, u. a. Vielleicht besucht der potenzielle Gründer sogar auch ein von den öffentlichen Institutionen angebotenes Start – Up Seminar oder Workshop. Unerlässlich ist jedoch das Hinzuziehen von einem geeigneten Gründungsberater für eine professionelle Begleitung der Gründung und professioneller Hilfestellung für das Erstellen eines Businessplans / Unternehmensplans. Warum eigentlich? Das ist eine sehr berechtigte Frage. Wenn ein potenzieller Gründer sich in den Dschungel der „Ratschläge zur Existenzgründung und –informationen“ wagt, ist er zunächst überrascht und später entsetzt, wie viele Broschüren, Bücher, Hefte, Artikel, Tipps, Tricks, Fragebögen, Checklisten u. ä. es für Existenzgründer gibt. Jede Bank, jede Versicherung, jede Wirtschaftsförderung oder sogar jede Partei hat ihren eigenen Ratgeber für Existenzgründer! Wie soll ein potenzieller Gründer entscheiden, welche der oben genannten Ratschläge und Informationen für ihn optimal ist? Wann ist der Businessplan optimal? Ein Formel1- Rennfahrer ist ein guter Vergleich hierfür. Der Rennfahrer, läuft vor dem Rennen die Strecke ab und studiert Karten- und Videomaterial, bevor er selbst ins Rennen geht. Ein Gründer sollte ähnlich gut vorbereitet sein, wenn er `ins Rennen` geht. Er sollte jedes Hindernis und jede Kurve kennen, wissen wie die Konkurrenz ´fährt´ und seinen eigenen ´Rennstahl´ in- und auswendig kennen.

Und warum brauche ich überhaupt einen Businessplan?

  1. Der Businessplan dient als zentrales Instrument der Kommunikation Ihrer Geschäftsidee gegenüber Kapitalgebern, Kooperationspartnern oder auch Kunden.
  2. Durch das genaue Aufzeigen der Ziele für das Unternehmen, wie sie diese erreichen wollen und welche Ressourcen dazu notwendig sind wird durch die Planungsfunktion des Businessplans erfüllt.
  3. Während des anstrengenden operativen Geschäfts in der Gründungsphase dient der Businessplan als ihr wichtigstes strategisches Steuerelement und Grundlage erster Detailpläne.
  4. Der Businessplan ermöglicht ihnen und dem Gründungscoach das Aufstellen eines Soll-Ist-Vergleichs auf finanzieller und operativer Ebene.

Ein intensiver Beratungsprozess zur Erstellung eines Businessplans ist die passende Vorbereitung für Gründer. Und damit sind ´konzeptionelle Fähigkeiten´ auch die erste Antwort auf die Frage: „Was macht einen „guten“ Gründungsberater aus?“

Geeigneten Gründungsberater finden

Die Mühe und investierte Zeit auf der Suche nach einem für sich geeigneten Gründungsberater lohnt sich auf jeden Fall, da die geplante Gründung mit einem geeigneten Gründungsberater langfristig einfach erfolgreicher ist.

Wer sich auf Google über diverse Suchbegriffe wie bspw. „Berater für die Existenzgründung/ Gründungsberater finden“ und einer ansprechenden Website verlässt, ist nicht optimal beraten. Warum? Der Begriff des Gründungsberaters ist nicht geschützt. Jeder darf beraten. Dabei haben Gründerinnen und Gründer keine Möglichkeit, die Qualität eines Beraters vorab zu prüfen. Sie sind auf eigene Erfahrungen angewiesen, die sie aber erst im Beratungsprozess gewinnen. Und das ist zu spät.

Was macht einen guten und geeigneten Gründungsberater aus?

  1. Das erste persönliche Gespräch ist unverbindlich und kostenlos
  2. Die „Chemie“ zwischen Gründungsberater und Gründer muss stimmen
  3. Die Rahmenbedingungen, Fahrplan des Beratungsprozesses und Kostenstruktur sind transparent darzulegen.
  4. Der Gründungsberater sollte die gängigen Autorisierungen besitzen (KfW-Berater, RKW Netzwerk, BAFA,…)
  5. Nachweis von Zertifizierungen als Gründungsberater und Coach (KMU-Berater e. V., BQZ-Gründungsberater e. V., unternehmensWert: Mensch,…)
  6. Nachweis von regelmäßigen Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen des Gründungsberaters
  7. Geeignete Fachkompetenz in dem jeweils gewünschten Gebiet (Handwerk, Technologie, Unternehmensnachfolge,…)

Fördermöglichkeiten in der Gründungsphase (vor Gründung)

Das Jobcenter bietet für AGL II Empfänger eine „Einstiegsgeld“-Förderung. Das RKW Netzwerk bietet eine „Existenzgründung“- Förderung vor  Gründung, die in der Förderhöhe nach Gebiet des Standorts unterschiedlich hoch ist. Diese Förderung stellt eine elementare Grundlage für AGL I Empfänger dar, die einen Gründerzuschuss beantragen möchten.

Für diese Förderungen besteht kein Rechtsanspruch.

Fördermöglichkeiten nach dem Gründungsstart

Die Bundesagentur für Arbeit bietet für AGL I Empfänger, die mindestens noch 150 Tage einen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, in den ersten sechs Monaten einen Gründerzuschuss in Höhe des jeweiligen Leistungsbezugs plus 300,00 Euro. Die 300,00 Euro dienen zur Sicherung der Sozialversicherungsbeiträge. Weitere neun Monate erhält der Selbständige auf Antrag die Pauschale in Höhe von 300,00 Euro.

Die KfW Bank bietet als Förderungen von Existenzgründungen das KfW – StartGeld und das Unternehmerkapital an. Diese Förderungen wie auch alle weiteren Förderungen der KfW Bank können nicht direkt bei der KfW Bank beantragt werden, sondern der erste Schritt geht immer über die Hausbanken (Sparkasse, Volksbanken,…). Nicht selten bieten die Hausbanken dann ihrerseits hauseigene Kredite mit den gleichen Rahmenbedingungen wie die KfW Bank an. Ein Vergleich lohnt sich in jedem Fall. Gerade wenn die noch zur Verfügung stehende Zeit bis zur Gründung knapp ist.

Die Hausbanken bestehen aufgrund von Basel VI oftmals auf Sicherheiten in Höhe von mindestens 20%.

Die Bürgschaftsbanken dienen immer häufiger als rettende Anker, da oft die Finanzierung aussichtsreicher Geschäfte an fehlenden Sicherheiten der Gründer scheitert. Mit Hilfe der Bürgschaftsbanken können diese Kreditlücken geschlossen werden. Wie funktioniert das Bürgschafts-Prinzip? Eine Bürgschaft ist ein Vertrag, in dem sich der Bürge (Bürgschaftsbank) verpflichtet, für Verbindlichkeiten des Bürgschaftsnehmers (Gründer) gegenüber dem Gläubiger (Hausbank) zu haften. Damit gilt die Bürgschaft als Sicherheit für einen Kredit der Hausbank. Wird die Bürgschaft von der Hausbank in Anspruch genommen, weil der Gründer den Verpflichtungen nicht nachkommen kann, geht das Schuldverhältnis von der Hausbank auf die Bürgschaftsbank über. Der Gründer steht dann dieser Bank gegenüber in der Schuld.

Auch hier gilt vor allem: ohne einen ausdrucksstarken und überzeugenden Businessplan wird der Weg zur Finanzierung sehr steinig und nicht selten mit einem schlechten Rating (bankinterne Einstufung) von der Bank versehen, das sich auf den zu vergebenen Zinssatz (Kontokorrent, Kreditlinie,…etc.) bemerkbar macht.

Die BAFA bietet derzeit drei Bundesprogramme (für junge Unternehmen, für Bestandsunternehmen und für Unternehmen in Schwierigkeiten) an.

Anfang 2016 löste das neue Förderprogramm des BAFA „Förderung unternehmerischen Know-Hows“ die aus KfW-Mitteln finanzierten Programme „Gründercoaching Deutschland“, „Förderung unternehmerischen Know-Hows durch Unternehmensberatung“, Runder Tisch“ und „Turn-Around-Beratung“ ab.

Wieder ein gutgemeinter Appell für den Gründer, sich einen qualifizierten und geeigneten Gründungsberater mit ins Boot zu holen.

Unternehmensgründungen können nur erfolgreich sein, wenn sie sorgfältig geplant und professionell unterstützt werden.

KMU´s schaffen Arbeitsplätze und sorgen dafür, dass unseren Standort Bundesrepublik Deutschland weiterhin attraktiv bleibt.